Martina Raponi

Schulterplayy


Algorhythmus Marsch: Freitag, 30. August, ab 17 Uhr
vom Schulterblatt zum Westwerk

Treffpunkt: Kreuzung Schulterblatt und Nagels Allee
Afterparty: Westwerk ab 18 Uhr
 


Im frühen 20. Jahrhundert wurden laute technische Geräusche als verstörender Klang von den selbsternannten Futuristen programmatisch verwendet, um gleichsam im Alarm oder gar als Schock, ein öffentliches Bewusstsein für eine neue, positiv propagierte technische Zukunft zu wecken. Noise entwickelte sich in den letzten vier Jahrzehnten durch verschiedene Praktiken, Genres und Theorien, auf seinem Weg durch kulturelle Feedback-Schleifen, die Japan, die USA und natürlich auch Europa und Latein-Amerika weiter miteinander verbinden. Heute ist das weiße Rauschen ein gefeiertes Medienphänomen, das Kommunikation ebenso ermöglicht wie behindert. Martina Raponi macht in mehreren Workshops Teilnehmer zu Akteuren und lässt an diversen Orten  in Hamburg soziale Erzählformen mit ihrer Methode eines disruptiven Noise aufeinander prallen.
 

Schulterblatt @ Martina Raponi
Schulterblatt @ Martina Raponi
Schulterblatt @ Martina Raponi
Schulterblatt @ Martina Raponi
Schulterblatt @ Martina Raponi
Schulterblatt @ Martina Raponi
Schulterblatt @ Martina Raponi
Schulterblatt @ Martina Raponi
Schulterblatt @ Martina Raponi
Schulterblatt @ Martina Raponi
Schulterplayy Website @ Martina Raponi
Schulterplayy Website @ Martina Raponi
Schulterplayy Website @ Martina Raponi
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Während eines Gastaufenthalts im Studio One des Westwerks unternimmt sie Recherchen zum Schulterblatt, für das sie eine fiktive personalisierte Playlist auf Spotify einrichten will. Diese Playlist versammelt Lieder und Musikstücke, an die sich Anwohner und Gewerbetreibende des Schulterblatts erinnern, wenn sie sich an die Geschichte dieser Straße und ihrer eigenen Verbindung mit dem Ort erinnern. Raponis Vorhaben formt mit all den Individuen eine Art Behältnis für ein kollektives Gedächtnis aus Liedern und Klängen. Es geht ihr um Erinnerung und soziale Identität in urbanen Systemen, die sie als Klangmaterial einer fiktiven Person oder eines Users, genannt Schulterblatt, in das algorithmisch gesteuerte Netz einspeisen will. Dies geschieht auch um die Regulierung und Verdinglichung von menschlichen Qualitäten, Gefühlen und Eigenschaften mit Hilfe ihrer noiserr-Methode zu unterlaufen und Alternativen zur Vermarktung von Musik und ihrer Konsumenten anzubieten.

Noise ist eine Musik, die aus Geräuschen, undefinierbaren Klängen und Disharmonien besteht und zur Zeit in der Underground-Jugendkultur ein Revival erfährt. Die italienischen Futuristen haben mit Krach erste Klangexperimente in den Städten veranstaltet, worauf sich Martina Raponi mit ihrer ersten historischen Publikation zu Noise in Italien unter anderem bezieht (“Strategie del Rumore. Interferenze tra Arte, Filosofia e Underground”, Milano 2015). Ihre künstlerische Forschungsmethode „noiserr“ entwickelt sie mit internationalen Projekten auf neuestem und heißestem digi-tech Niveau weiter.

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