Dokumentation

Stadtgespräch. Metropolitane Perspektiven #16

Dienstag, 27. Oktober 2015, 19 Uhr
Sacrifice and Survival: Olympische Sommerspiele und ihre Folgen
Denknotiz mit Anthony Iles (Autor und Herausgeber von Mute, London)
In englischer Sprache

Die Olympischen Spiele in London 2012 waren sowohl Aporie als auch Apotheose einer Ära der Veränderung in Großbritannien. 2008 wurde die Subprime-Krise schnell zu einer globalen Wirtschaftskrise. Die billige Liquidität, die globale Immobilienblase verpuffte schnell, um erneuert und neu aufgeblasen zu werden durch ein strenges, von der Regierung verordnetes Austeritätsprogramm, Deregulierung von Planung und Bankenwesen, schnellere Privatisierung und einen erneuerten Klassenkampf gegen die Armen. Die Olympischen Spiele in London traten als Megaprojekt auf, in dem enorme Handlungsmacht auf einige neue Regierungsinstanzen übertragen wurde, die damit betraut wurden, die Spiele und den permanenten Park, in dem sie stattfinden sollten, umzusetzen. Der Olympische Prozess ist gesteuert von den internationalen Interessen von Medienkonglomeraten, Sponsoren und dem anhaltenden Bedarf nach profilierten ,Events‘ und ,Projekten‘, um national und international die Vorstellung einer kompetenten, prosperierenden und toleranten Nation, Stadt oder Regierung zu projizieren. Anthony Iles hat seit 2007 in zahlreichen Veröffentlichungen über die Folgen der urbanen Transformationen, die zu den Olympischen Spielen 2012 geführt haben, geschrieben und verfolgt weiterhin die Ergebnisse dieses Flächenbrandes in Bezug auf aktuelle urbane Konflikte in London und andernorts. Welche Szenarien für die Stadtentwicklung Hamburgs lassen sich aus dieser Perspektive vorstellen und welche kulturellen Folgen diskutieren?

Anthony Iles ist ein Kritiker und Autor aus London. Er schreibt seine Doktorarbeit in Politikwissenschaften an der Middlesex University und ist Mitherausgeber von Mute / Metamute, Autor (zusammen mit Josephine Berry-Slater) von No Room to Move: Radical Art and the Regenerate City (Mute Books, 2011) und Herausgeber der Publikation Anguish Language: Writing and Crisis (in Erscheinung, Archive Books, 2015).