Kunstprojekte 2019


Das Herz der HAMBURG MASCHINE bilden Projekte von internationalen und lokalen Künstlerinnen und Künstlern. Sie sind für begrenzte Zeit in verschiedenen Hamburger Bezirken zu sehen. Das übergreifende Thema des zweijährigen Programms ist Digitalität als neue Form der Kultur des 21. Jahrhunderts. Die Projekte widmen sich Fragen der Arbeit, Ökologie und des Aktivismus, sie wenden sich der Religion zu und auch dem Urbanismus. Ihre öffentliche Platzierung bezieht die Umgebung ein und stellt Ortsspezifik her. Die Stadt bleibt nicht länger Bühne für Interventionen oder Events, sondern wird im Zeitalter der Digitalität zum »maschinischen Gefüge« (Félix Guattari).

AnneMarie Maes (Brüssel) richtet in Entenwerder einen digital erweiterten Bienenstock mit einem Volk von ca. 10.000 bis 12.000 Bienen ein (Eröffnung 1. Mai 2019, 15 Uhr). Ein baugleiches Pendant steht in einem Dachgarten in Brüssel. Via Internet werden Daten und Bilder beider Bienenstöcke, sichtbar in einer Vitrine im Goldenen Pavillon, ausgetauscht.

Martina Raponi (Amsterdam) hält sich für 6 Wochen im Künstleratelier Studio One im Westwerk auf und recherchiert für das Projekt "Schulterplayy", das sie mit ihrer noiserr-Methode umsetzt. Eine fiktive, aber personalisierte Playlist der Lieblingsmusikstücke von Angestellten und Kund*innen der öffentlich zugänglichen Geschäftsebene des Schulterblatts wird über Spotify gestreamt. In einem Remix-Event präsentiert sie ihr Projekt am 7. Mai, 19:30 Uhr, im Westwerk. Am 30. August ab 17 Uhr führt sie einen öffenltichen Algorhythmus-Marsch vom Schulterblatt zum Westwerk an.

John Gerrard (Dublin und Wien) zeigt eine Videosimulation einer historischen Öllandschaft. An einem digital simulierten Fahnenmast weht eine große schwarze Rauchfahne in einer digital simulierten Landschaft in Spindletop, Texas. Das Bild zeigt die Tages- und Nachtverhältnisse live in texanischer Ortszeit. Ein globales Bild der Rohstoffausbeutung und des Kohlendioxidausstoßes ist entstanden.

[M] Dudeck (Winnipeg und Rom) stellt in der Hauptkirchen Sankt Katharinen mit einer Predigt-Performance seinen religiösen Virus in einem Tempel der Kunstfertigkeit vor, der mit Avatar über das Internet zugänglich ist. Comic-artige, analoge Zeichnungen berichten von der Komplexität seiner queeren Religion in Form eines Comic-Heftes und verschiedener Glasmalereien. Ein Umzug durch den öffentlichen Raum mit anschließender Ausstellung der Performance-Relikte rundet das Event am 22. September 2019 ab.

Manuel Beltrán (Den Haag) ist Künstler, Netz-Aktivist und Begründer des „Institute of Human Obsolescence“. Sein zeitkritisches Engagement verschreibt sich der künstlerischen Reflektion oftmals undurchsichtiger Infrastrukturen im digitalen Zeitalter. Ab jetzt ist ad.watch online, eine Webseite, die die Neuverteilung politischer Werbung im Internet analysieren lässt. Außerdem präsentiert Beltrán mit Cartographies of Propaganda die Datensets von ad.watch in einer raumgreifenden Kunstinstallation in Hamburg.

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