Aby Warburg, Gertrud Bing & Fritz Saxl
Bildersammlung zur Geschichte von Sternglaube und Sternkunde

Aby Warburg, der bedeutende Hamburger Kunsthistoriker, hatte zur Eröffnung des Planetariums Hamburg im Jahr 1930 eine didaktisch ausgerichtete Ausstellung mit dem Titel Bildersammlung zur Geschichte von Sternglaube und Sternkunde entworfen, die lange Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg endgültig abgebaut wurde und seitdem als verschollen galt. Erst 1987 entdeckte Uwe Fleckner, damals Student der Kunstgeschichte, den „verborgenen Schatz“ im Planetarium; 66 Bildtafeln und Artefakte, die auf einem Haufen Sperrmüll ihrer Entsorgung harrten. Diese historische und zugleich aktuelle Ausstellung, kuratiert von Uwe Fleckner, wird 2025/26 im spektakulären, speziell zu diesem Anlass geöffneten Kesselsaal im Planetarium Hamburg gezeigt.

Die Sammlung an Artefakten und fotographischen Reproduktionen erkundet bildnerisch die Notwendigkeit von Orientierungspunkten im Leben und unser immerwährendes menschliches Bedürfnis, zum Himmel aufzublicken, um unser Verhältnis zum Kosmos zu verstehen. Sie führt uns vor Augen, „wie die Menschheit bis heute versucht hat, die Sterne und ihre geheimnisvollen Bewegungen zu deuten und zu erklären“ – so schrieben Gertrud Bing und Fritz Saxl, die als engste Mitarbeiter des 1929 verstorbenen Warburg dessen Ausstellung einrichteten. Heute evoziert eine von José Délano auf dem Grundriss einer Ellipse entworfenen Ausstellungsarchitektur wie unser Verständnis des Universums zwischen bildlich-mythischer und symbolisch-mathematischer Auffassung pendelt. 

Die historische Ausstellung wird von vier zeitgenössischen künstlerischen Positionen von Maria Edwards, Raqs Media Collective, Eske Schlüters und KITE begleitet. Die Arbeiten knüpfen an Warburgs Denken an und untersuchen die Verbindungen zwischen dem Magischen und dem Rationalen, dem Spirituellen und dem Faktischen sowie das Planetarische als soziale und politische Kategorie. Sie reflektieren, wie wir als Lebewesen heute unseren Planeten bewohnen – und wie sich ein gemeinsames, respektvolles planetarisches Wertesystem entwerfen lässt.

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