KITE
Iktómiwiŋ (A Vision of Standing Cloud)

Für KITE sind Steine ein Medium, um Zeit festzuhalten. Durch ihre Anordnung macht sie die zyklische Natur indigener Lakȟóta-Kulturen sichtbar und bewahrt Träume in geometrischen Formen. Ihre Partitur-Skulpturen nehmen oft kreisförmige, mandalaähnliche Gestalt an und entstehen aus Kieseln und Steinen, die sie auch für dieses Projekt vor Ort sammelt – im Hamburger Stadtpark, am Hafen und an den Elbstränden. Die Anordnung der Steine spiegelt die Sterne wider und verweist auf die lange Tradition, den Himmel zu lesen, früher wie heute. Sie macht die zirkuläre Natur menschlicher Existenz sichtbar und eröffnet einen Blick auf ein Universum, in dem der Mensch nicht im Mittelpunkt steht, sondern eingebettet ist in das Zusammenspiel mit Ozeanen und Felsen, Tieren und Bergen. Die Skulptur ist zudem von den Träumen der Künstlerin inspiriert–als eine „Technologie der Ahnen“, die das Irdische mit dem Metaphysischen, das Bewusste mit dem Unbewussten, das Archaische mit dem Computerbasierten verbindet.

KITE beschäftigt sich insbesondere damit, wie sich Lakȟóta-Philosophien auf künstliche Intelligenz auswirken und wie sich computergestützte Medien ethisch und gerecht gestalten lassen. In ihrer Forschung untersucht sie, wie KI-Technologien und maschinelles Lernen indigenes Wissen integrieren könnten, um menschliche Kommunikation und den Umgang mit Daten fairer und verantwortungsvoller zu gestalten.


KITE, auch bekannt als Dr. Suzanne Kite (geb. 1990), lebt und arbeitet in Ma’eekanik koomhina (Hudson Valley). Als Angehörige der Oglála-Lakȟóta ist sie Performance- und bildende Künstlerin, Komponistin und Wissenschaftlerin sowie Direktorin des Wihanble S'a Center am Bard College, USA.

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