Małgorzata Mirga-Tas
Herstories

Małgorzata Mirga-Tas ist eine polnisch-romani Künstlerin und Aktivistin, die in ihren lebendigen Werken eine affirmative Ikonografie dieser größten europäischen Minderheit erschafft. Ihre Textilien entstehen aus Stücken verschiedener Stoffe–es sei ein „Material ins Bildwerfen”, wie sie sagt. Meist stammen sie direkt aus den Kleiderschränken der von ihr Dargestellten und bewahren Spuren ihrer Geschichte und Nutzung, oder sie kommen aus Secondhand-Läden und bergen eine eigene Vergangenheit in sich. Mirga-Tas webt ein Bild der Roma als proto-europäische, transkulturelle und gewaltfreie Menschen und bricht damit gängige Stereotype auf.

Die Installation zeigt die persönliche Sternenkonstellation der Künstlerin aus der fortlaufenden Serie Herstories, ein „affektives Archiv”, das verschiedene Roma-Künstlerinnen, antirassistische oder antifaschistische Aktivistinnen oder Pädagoginnen zeigt, die sie selbst inspirieren und im Leben leiten, von links: Timea Junghaus, Ceija Stojka, Esma Redžepova, Grażyna Mirga und Soraya Post. All diese Heldinnen setzen um, was die Wissenschaftlerin Ethel Brooks Minority Feminism nennt eine Perspektive, die Frauen stets vor dem Hintergrund ihrer Herkunft betrachtet und von einem spezifischen Kontext aus arbeitet, sowohl auf lokaler als auch auf struktureller Ebene. Die Komposition wurde angeregt von den „Allegorien der Monate” im Palazzo Schifanoia in Ferrara, einem Ort, an dem der Hamburger Kunsthistoriker Aby M. Warburg einige seiner Schlüsselkonzepte prägte, darunter die Bilderfahrzeuge. Er gab ihm den Anstoß für seine Überlegungen zu den Zusammenhängen zwischen Sternen und Architektur, Astrologie und Astronomie.


Małgorzata Mirga-Tas kam 1978 in Zakopane zur Welt und lebt in Czarna Góra.

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