Cecilia Vicuña & Coco Bergholm
Tara's Tears (A Prayer for the World)

Gespräch mit Cecilia Vicuña, Juni 2026

Die Künstlerinnen und das Wandbild behaupten: 
Das Universum ist feministisch.  
Das alles mit allem zusammenwirkt 
Doch viele von uns noch nicht bereit sind, dies zu hören. 
Wir sind auf Erden nicht besser als andere Wesen. 
Das Land gehört nicht uns, sondern wir gehören dem Land, 
wie Chief Seattle sagte. 
Wir haben ein Recht auf die Stadt. 
Nichts im Universum ist von Dauer. 
Wir sind Teil eines Kreislaufs des Lebens, den wir fortwährend zerstören. 

Wollen wir zulassen, dass das Leben ohne uns weitergeht? 
Wir müssen an unserer Vorstellungskraft festhalten, 
um unseren Planeten in ihrer Ganzheit zu sehen. 
Wir müssen Trauer, Wut und Freude zugleich aushalten, 
denn Wut kann auch eine Form von Liebe sein. 

Wir müssen Poesie und Architektur verstehen 
nicht als Gegensätze, sondern als miteinander verbundene Kräfte. Poiesis bedeutet, etwas aus dem Nichts zu erschaffen. 

Wir müssen an das Wissen unserer Vorfahr*innen zurückkehren,  zum Wohl einer Welt aus Himmel, Erde und Wasser. 

Zum Wohl der Beobachtenden und des Beobachteten,  
die auf eine Weise miteinander verwoben sind,  
die wir noch nicht zu verstehen bereit sind. 

Damit wir uns alle von einem Noch-nicht leiten lassen 
von einem intuitiven Gespür für das Kommende. 


Das planetarische Mural basiert auf einem Ölgemälde der Künstlerin, Dichterin und Umweltaktivistin Cecilia Vicuña, welches von der Künstlerin und Aktivisten Coco Bergholm aus der Hamburger Recht-auf-Stadt-Gängeviertel-Gemeinschaft in ein Wandbild übertragen wurde. 

Für die Ausführung wurden Aschen aus dem Amazonasgebiet verwendet, die von Feuerwehrkräften während Waldbrände gesammelt, dem Umwelt-Muralkünstler*innen-Kollektiv Cinzas da Floresta in São Paulo übergeben und von dort an Stadtkuratorin Hamburg weitergereicht wurden. 

Der Text vereint Zeilen aus Gedichten von Cecilia Vicuñas mit gesprochenen Worten von Coco Bergholm

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