Lene Markusen
Cycle of Warmth

Lene Markusen, Cycle of Warmth, 2026 © Lene Markusen

Wir leben in einer Zeit, in der sich alles überhitzt – Debatten, Städte, Server, Körper. Die Temperaturen steigen, ebenso die Angst, die Verwirrung, die Zahl der Klimaflüchtlinge und die zunehmend ungleiche Verteilung von Ressourcen. Städte werden oft in thermischen Begriffen beschrieben: heißer Asphalt, brennende Infrastrukturen, städtische Wärmeinseln. Lene Markusen betrachtet die Stadt als einen Körper, der darum ringt, seine Temperatur zu regulieren, und erkundet dies durch das Leben und Werk der Hamburger Künstlerin Barbara Haeger sowie durch ihre eigene Erfahrung als Künstlerin in den Wechseljahren. 

Eines von Haegers zentralen Werken, Weiblicher Engel (1960/1972) befindet sich in der Gedenkstätte St. Nikolai. Die Skulptur ist geprägt von Haegers Erinnerung daran, wie sie als Zeugin den Brand Berlins erlebte, und von den bleibenden Spuren, die das Feuer auf Körper und Psyche hinterlässt. Markusen versammelt Haegers Stadtskulpturen aus Hamburg zu einem rhizomatischen Geflecht von Beziehungen. Die Installation verwebt Themen, die weit voneinander entfernt erscheinen und doch tief miteinander verwoben sind: den Klimawandel, die globale Erwärmung, das gesellschaftliche Tabu der Menopause sowie die inneren, psychischen Erfahrungen von Intensität und Sichtbarkeit, die digitale Überlastung durch Daten und Server.

Durch eine Sprache der Aufrichtigkeit, des Feminismus und intergenerationalen Verantwortung lädt die Arbeit ein, einen anderen cycle of warmth zu imaginieren und zu bewohnen – einen, der auf weniger überhitzte Städte und gerechtere Gesellschaften hindeutet. 


Lene Markusen, 1973 in Thisted geboren, lebt und arbeitet in Hamburg.


Die Arbeit wurde realisiert mit Unterstützung der Behörde für Kultur und Medien Hamburg, sowie der Königlichen Dänischen Botschaft Berlin.
Die Installation wird präsentiert mit Unterstützung der Königlichen Dänischen Botschaft Berlin.


Film Credits

Dauer: 12 Min.
Performerin: Lucrezia Palandri
Kamerafrau: Giulia Lenzi
Soundtrack: Martina Raponi / noiserr
Drehbuch & Regie: Lene Markusen

Termine