In den Leerräumen, die seit der Zerstörung der St.-Nikolai-Kirche im Feuersturm von 1943 offen geblieben sind, installiert Neda Saeedi fragmentarische Buntglasformen und eröffnet damit eine vielschichtige Reflexion über die Apokalypse dieses Ortes. Die historischen Fensterrahmen umschlossen einst biblische Szenen, darunter solche aus der Offenbarung des Johannes, die nicht nur als Vision vom Ende der Welt verstanden werden, sondern auch als Suche nach Wahrheit und Erkenntnis.
Die neuen, fragmentierten Formen orientiert sich an Archivforschungen zu den Wasserwegen, die einst die Kirche umgaben, an Kanälen, die nach dem Zweiten Weltkrieg mit Trümmern gefüllt wurden und allmählich aus dem Blickfeld verschwanden. Aus historischen Karten entwickelt die Künstlerin eine Komposition der einstigen Wasserwege und überträgt deren Kurven und Verzweigungen in eine Installation aus einer Ansammlung von Glasscherben.
Glas entsteht durch Feuer. Sand wird durch Hitze verwandelt in etwas, das Licht aufnimmt und weitergibt. Anstatt die historischen Fenster zu ersetzen, fungiert die Installation als Denkmal und zugleich als Linse, die sichtbar macht, was unter Zerstörung, Wiederaufbau und Vergessen verborgen liegt. Das Werk wirkt wie ein Schleier, durch den das Verschwundene wieder sichtbar wird.
Neda Saeedi, geboren 1987 in Teheran, lebt und arbeitet in Berlin.
Präsentiert mit Unterstützung von der Behörde für Kultur und Medien Hamburg
Neda Saeedi
Vanished Topography
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Neda Saeedi, Vanished Topography, 2026 © Daria Kulnina
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Neda Saeedi, Vanished Topography, 2026 © Daria Kulnina
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Neda Saeedi, Vanished Topography, 2026 © Daria Kulnina
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Neda Saeedi, Vanished Topography, 2026 © Daria Kulnina
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Neda Saeedi, Vanished Topography, 2026 © Daria Kulnina
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Neda Saeedi, Vanished Topography, work in progress, 2026 © Neda Saeedi
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Lageskizze der Fleete in Hamburg, 30x22cm, 1320 © Staatsarchive Hamburg
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Neda Saeedi, Vanished Topography, 2026 © Celina Behrens
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Neda Saeedi, vor dem Kunstwerk, Vanished Topography, 2026 © Daria Kulnina
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