Im Rahmen des Jahresprogramms K.B.W.: Warburg 1926–2026. Der Mythos und seine politischen Formen laden das Warburg-Haus und die Stadtkuratorin Hamburg gemeinsam mit dem Kunsthaus Hamburg, dem Villa Romana e.V. und dem Warburg Institute, London, sehr herzlich ein zur Präsentation von Marysia Lewandowska, erste Stipendiatin der Gertrud Bing Research Residency.
Die künstlerische Praxis der in Polen geborenen und in London lebenden Künstlerin Marysia Lewandowska hat sich über die Jahre auf die Erforschung der öffentlichen Funktionen von Archiven, Museen und Ausstellungen gerichtet, wobei sie besonderes Augenmerk auf die fehlenden Stimmen von Frauen legt.
Gertrud Bing war eine der Schlüsselfiguren der KBW sowohl während ihrer Gründungsjahre in Hamburg als auch nach dem Exil der Bibliothek in London ab 1933. Sie war ehemalige Direktorin des Warburg Institute und Professorin für die Geschichte der Antike an der University of London. Ihr Engagement für ein multidisziplinäres intellektuelles Leben inspiriert auch heute noch zeitgenössische feministische Denkerinnen. Ihr ist die Research Residency gewidmet, die mit Forschung, Engagement für die Historie und intellektueller Freiheit im Mittelpunkt eine einzigartige Verbindung von wissenschaftlicher Forschung und experimenteller künstlerischer Praxis schaffen soll. Das Residenzstipendium wird an Künstlerinnen vergeben, die im Rahmen des Programms drei Monate in jeweils drei Städten, Hamburg, Florenz und London, Forschungszeit verbringen.
Anlässlich des hundertjährigen Jubiläums des 1926 eröffneten Bibliotheksgebäudes der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg (KBW) wird die Künstlerin Marysia Lewandowska ihre Arbeit im Rahmen des Gertrud Bing Research Residency während ihres Aufenthalts in Hamburg, London und Florenz vorstellen.
Nach der Begrüßung durch die Stadtkuratorin Joanna Warsza hält die Künstlerin einen Vortrag und zeigt einen kurzen Ausschnitt aus ihren Film, über die deutsch-jüdische Philosophin und Kunsthistorikerin Gertrud Bing (1892–1964) der im Rahmen der Gertrud Bing Research Residency entstanden ist. Anschließend findet ein Gespräch zwischen der Künstlerin und der Gertrud-Bing-Forscherin Laura Tack statt, gefolgt von Fragen aus dem Publikum.
Adress: Warburg-Haus, Heilwigstraße 116, 20249 Hamburg
Wir danken Knotenpunkt, der Alfred Toepfer Stiftung und dem Adam-Mickiewicz-Institute für die Unterstützung des ersten Kapitels des Projekts und des Aufenthalts von Marysia Lewandowska in Hamburg.
Laura Tack ist Autorin und Wissenschaftlerin und hat die erste Monografie über Gertrud Bing verfasst, in der sie deren zentrale Rolle bei der Entstehung und dem Vermächtnis des Warburgschen Denkens hervorhebt. Ihre Arbeit erstreckt sich über Religionswissenschaft und Kunstgeschichte, wobei ihr Schwerpunkt auf dem interreligiösen Dialog und der Verbreitung von Bildern über Kulturen hinweg liegt; derzeit widmet sie sich parallel der Belletristik und der Keramikkunst.

