Gertrud Bing Research Residency – Hamburg, London, Florenz
Das Hamburger Kapitel der Gertrud Bing Research Residency wurde gelauncht von Stadtkuratorin Hamburg und Kunsthaus Hamburg gemeinsam mit der Villa Romana (Florenz), dem Warburg-Haus (Hamburg) und dem Warburg Institute (London) anlässlich des hundertjährigen Jubiläums des 1926 eröffneten Gebäudes der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek Warburg (KBW) in Hamburg. Das Residenzstipendium wird an Künstler*innen vergeben, die im Rahmen des Programms drei Monate in jeweils drei Städten, Hamburg, Florenz und London, Forschungszeit verbringen.
Das Stipendium wurde eingerichtet, um das Werk der deutsch-jüdischen Philosophin und Kunsthistorikerin Gertrud Bing (1892–1964) zu würdigen. Bing war eine der Schlüsselfiguren der KBW sowohl während ihrer Gründungsjahre in Hamburg als auch nach dem Exil der Bibliothek in London ab 1933. Sie war ehemalige Direktorin des Warburg Institute und Professorin für Geschichte der Antike an der University of London. Ihr Engagement für ein multidisziplinäres intellektuelles Leben inspiriert auch heute noch zeitgenössische feministische Denker*innen. Mit Forschung, Engagement für die Historie und intellektueller Freiheit im Mittelpunkt schafft das Gertrud Bing Research Residency eine einzigartige Verbindung von wissenschaftlicher Forschung und experimenteller künstlerischer Praxis.
Gertrud Bing Research Residency setzt sich zum Ziel, Künstler*innen und Denker*innen zu unterstützen, deren Praxis von kritischem transkulturellem Dialog und feministischen Erkenntnistheorien geprägt ist. Das Stipendium möchte ein forschungsorientiertes Arbeiten fördern, insbesondere Projekte, die hegemoniales Denken in Kunst- und Wissensproduktionen hinterfragen. Das Stipendium soll zwei weitere Male stattfinden.
Die Künstlerin Marysia Lewandowska ist die erste Stipendiatin der Gertrud Bing Research Residency. Die künstlerische Praxis der in Polen geborenen und in London lebenden Künstlerin hat sich über die Jahre auf die Erforschung der öffentlichen Funktionen von Archiven, Museen und Ausstellungen gerichtet, wobei sie besonderes Augenmerk auf die fehlenden Stimmen von Frauen legt. Marysia Lewandowska recherchiert zu ihrem Gertrud-Bing-Film, dessen Trailer derzeit mit der Unterstützung des Kunsthaus Hamburg produziert wird. Ihre Recherche wird im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Bibliotheksgebäudes der KBW im Jahr 2026 vorgestellt. Das ikonische Gebäude ist ein historisches Denkmal des jüdischen und wissenschaftlichen Lebens in Deutschland und stellt ein fortwährendes Vermächtnis moderner Kulturwissenschaften sowie interdisziplinärer, kritischer Untersuchungen zur Rolle von Bildern in der vergangenen und zeitgenössischen Kultur dar.
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Marysia Lewandowska zu Gertrud Bing
27. Mai 2026 um 19 Uhr, Warburg-Haus in Hamburg.
Wir danken Knotenpunkt, der Alfred Toepfer Stiftung und dem Adam-Mickiewicz-Institute für die Unterstützung des ersten Kapitels des Projekts und des Aufenthalts von Marysia Lewandowska in Hamburg.