Gegenüberwachung
Die Verbreitung von Online-/Offline-Techniken zur Überwachung und Kontrolle der Bevölkerung hat dazu geführt ein Vokabular wieder zu verwenden, das einst lediglich von Geheimdiensten benutzt wurde. Da die Verfolgung des Alltags mit vernetzten Kommunikationsgeräten und CCTV-Kameras allgegenwärtig wird, geht es bei der Gegenüberwachung sowohl darum, der Erfassung durch das Auge der Überwachung zu entgehen, als auch um das Recht darauf Forderung zu erheben bezüglich der Art und Weise, wie mit unseren persönlichen Daten umgegangen werden soll. Die Menge der Daten, die aus Überwachungssystemen generiert werden, erfordert eine algorithmische Verarbeitung. Algorithmen werden geschrieben, um atypische Verhaltensmuster aufzuspüren. Sie lösen eine Überprüfung aus, wenn ein bestimmtes Verhalten von der “Normalität” abweicht… In diesem Zusammenhang ist auf sozialer Ebene die Einschätzung des Ausmaßes der Anomalie sowohl funktional als auch konzeptionell an die technische Qualität der Überwachung und Gegenüberwachung gebunden. Kontrolltechnologien sind somit direkt von sozialen Standards geprägt.
Autorin: Patricia Reed / Übersetzung: Manuela Kölke