Spielveränderer
Spiele bestehen aus Regeln; das Ändern des Spiels ist gleichbedeutend mit dem Ändern der Regeln. Ein “Spielveränderer” schafft Umsätze und wurde in letzter Zeit mit Werbeslogans und Management-Sprachgebrauch in Verbindung gebracht. Ein Spielveränderer ist der Körper oder die Kraft, die in bestehende Regelsysteme eingreift und eine neue Regel einführt. Manchmal können diese neuen Regeln alte Regeln verneinen, müssen dies aber nicht unbedingt. Neue Regeln wirken sich jedoch zwangsläufig auf die Entstehung alternativer Spielausgänge aus. Auch wenn der Anschein von Veränderung uns umgeben mag, so ist es doch nur durch Erkennung der eines Spiels antreibenden Regeln möglich, um sagen zu können ob erhebliche “Spieländerungen” stattgefunden haben. Indem wir uns “Spielveränderer” aus der Management-Sprache als Titel für PAM 2018 wiederaneignen, tauchen wir kopfüber in die fortwährende Herausforderung an die Rolle der Kunst ein, zu alternativen Begehren für das kollektive öffentliche Leben beizutragen – jenseits der vorgefertigten Wünsche des Spätkapitalismus, die uns in Modi des konkurrierenden Individualismus einbinden.
Autorin: Patricia Reed / Übersetzung: Manuela Kölke