Dezentrierung des Menschen
Die Dezentrierung des Menschen wird für gewöhnlich der Offenbarung Kopernikus zugeschrieben, der entsprechend sich die Erde um die Sonne dreht (1543). Galilei untermauerte später dieses heliozentrische Modell und wurde infolgedessen von der katholischen Kirche als Ketzer verurteilt. Diese hatte den Kopernikanismus (als Weltbild) 1616 verboten und erst 1822 als Modell akzeptiert. Die Dezentrierung des Menschen ist mit Paradigmenwechseln verbunden, die unseren “außergewöhnlichen” Status als Menschen relativieren, indem sie den Anthropomorphismus aushölen (ein anderes Beispiel ist Darwins Evolutionstheorie, nach der wir nicht mehr göttliche Geschöpfe sind, sondern auf dieselbe Weise wie auch andere Lebensformen entstehen). Unser menschliches Selbstverständnis verändert sich heute erneut, da unser vermeintliches Monopol auf Intelligenz in Anbetracht von Entwicklungen wie der Künstlichen Intelligenz an der Schwelle zur weiteren Dezentrierung steht.
Autorin: Patricia Reed / Übersetzung: Manuela Kölke