Spektakel
Im zeitgenössischen Spätkapitalismus ist es ein gesellschaftlicher Imperativ geworden, seine eigene Unternehmerin zu sein. Unser Selbstverständnis, die Art und Weise, wie wir uns selbst repräsentieren, ist zu einer Maschine der “Selbstspektakularisierung” geworden. Bei diesem Spektakel geht es nicht nur um das Teilen von Bildern, sondern auch darum, wie soziale Beziehungen durch sie vermittelt werden.[1] Das Spektakel veranschaulicht, wie unser Leben beeinflusst wird, indem Repräsentation über die zwischenmenschliche Erfahrung gestellt wird und wie dadurch die Logik der Ware widergespiegelt wird. Ursprünglich wurde Repräsentation im allgemeinen von zentralen Agenturen (wie Regierungen und/oder PR-Firmen) verwaltet, kontrolliert und verbreitet, doch heute sind wir es selbst, die das Spektakels verwalten und über vernetzte Kommunikationstechnologien wie Facebook oder Instagram verteilen. Wir – die Nutzer*innen und Anbieter*innen von Inhalten – sind für die Aufrechterhaltung dieses Spektakels verantwortlich, für dessen Produktion als auch für dessen Konsum, und das vorwiegend in der unbezahlten Freizeit.[2]
[1] McKenzie Wark, ‘The Spectacle of Disintegration,’ 2016. Read Online
[2] Ibid.
Autorin: Patricia Reed | Übersetzung: Manuela Kölke