Glossar

Strukturen des Vertrauens

Der englische Philosoph Thomas Hobbes identifizierte Vertrauensbedingungen als ein entscheidendes Problem der Regierungsführung. Vertrauen ist wichtig, um die Zusammenarbeit zwischen Menschen zu ermöglichen, die sich Hobbes in ihrem sogenannten “natürlichen” Zustand als im permanenten Krieg miteinander stehend vorgestellt hat. Sein Leviathan legt Wert auf die Ermöglichung von Vertrauen durch die zentralisierte Figur des Souveräns. Das allgemeine Prinzip des Vertrauens, das einen zentralisierten Garanten erfordert (wie die EZB, um die Funktion und den relativen Wert der Währung zu gewährleisten), ist in seinen verschiedensten davon abgeleiteten Formen seit Jahrhunderten ein Markenzeichen moderner liberaler Regierungsführung. Mit der Weiterentwicklung von Regierungstechniken im vernetzten Zeitalter werden auch Forderung nach einer Bindung des Vertrauens an zentrale Behörden in Frage gestellt und mittels dezentraler Modelle, die diese seit langem bestehenden Normen in Frage stellen, neu gestaltet.

Autorin: Patricia Reed | Übersetzung: Manuela Kölke